Fährte IPO 1

IPO - 1 Abteilung „A“ Fährtenarbeit

Eigenfährte, mindestens 300 Schritte, 3 Schenkel, 2 Winkel (ca. 90°), 2 dem HF gehörenden

Gegenstände, mindestens 20 Minuten alt, Ausarbeitungszeit 15 min.


Halten der Fährte : 79 Punkte

Gegenstände (11+ 10) 21 Punkte

Gesamt 100 Punkte

Wenn der Hund keine Gegenstände gefunden hat, kann die Bewertung maximal „befriedigend“ sein.

Allgemeine Bestimmungen:

Der amtierende LR oder der Fährtenverantwortliche, bestimmen unter Anpassung an das

vorhandene Fährtengelände den Verlauf der Fährte. Die Fährten müssen verschieden gelegt werden.

Es darf nicht sein, dass z.B. bei jeder Fährte die einzelnen Winkel und Gegenstände in der gleichen

Entfernung bzw. in gleichen Abständen liegen.

Die Abgangsstelle der Fährte muss durch ein Schild gut gekennzeichnet sein, welches unmittelbar

links neben der Abgangsstelle in den Boden gesteckt wird.

Die Reihenfolge der Teilnehmer wird nach dem Legen der Fährte im Beisein des LR ausgelost.

Fährtenfähiger Untergrund

Als fährtenfähiger Untergrund kommen alle natürlichen Böden, wie z. B. Wiese, Acker und

Waldboden in Frage.

Sichtfährten sind soweit wie möglich zu vermeiden. In allen Prüfungsstufen ist in Anpassung an das

vorhandene Fährtengelände Wechselgelände möglich.

Legen der Fährte

Dem amtierenden Leistungsrichter bzw. Fährtenbeauftragten, obliegt:

- das Einteilen des Fährtenverlaufes,

- das Einweisen der Fährtenleger,

- das Legen der Fährten zu beaufsichtigen.

Der Verlauf der einzelnen Fährte ist dem vorhandenen Gelände anzupassen.

Beim Legen der Fährten ist darauf zu achten, dass sie in natürlicher Gangart gelegt werden.

Hilfestellungen des FL durch unnatürliche Gangart im Bereich der Schenkel, Winkel, Gegenstände

sind im Gesamtbereich der Fährte nicht zugelassen.

Der FL (=Hundeführer) hat vor dem Legen der Fährte dem Leistungsrichter oder dem

Fährtenverantwortlichen die Gegenstände zu zeigen. Es dürfen nur gut (mindestens 30 Minuten lang)

selbst verwitterte Gegenstände verwendet werden. Der HF (=Fährtenleger) verweilt kurz am Ansatz

und geht dann mit normalen Schritten in die angewiesene Richtung. Die Schenkel sind in normaler

Gangart zu legen, ohne zu scharren oder zu unterbrechen. Der Abstand zwischen den einzelnen

Schenkeln muss mindestens 30 Schritte betragen.

Die Winkel werden ebenfalls in normaler Gangart gebildet, wobei zu beachten ist, dass eine

fortlaufende Sucharbeit in den nächsten Schenkel für den Hund möglich sein muss (siehe Skizze).

Scharren oder ein Unterbrechen der Gangart ist nicht gestattet. Ein Fährtenabriss darf nicht erfolgen.

Während des Legens der Fährte muss sich der Hund außer Sicht aufhalten.

Ablegen der Gegenstände

Der erste Gegenstand wird nach mindestens 100 Schritten, nicht innerhalb 20 Schritten vor oder 20

Schritten nach der Winkel, auf dem 1. oder 2. Schenkel, der zweite Gegenstand am Ende der Fährte

abgelegt. Die Gegenstände müssen aus der Bewegung auf die Fährte gelegt werden. Nach dem

Ablegen des letzten Gegenstandes muss der Fährtenleger noch einige Schritte in gerader Richtung

weitergehen.

Fährtengegenstände

Es dürfen nur gut durch den FL (= Hundeführer) mindestens 30 Minuten lang selbst verwitterte

Gegenstände verwendet werden. Innerhalb einer Fährte müssen unterschiedliche Gegenstände

verwendet werden (Material: z.B. Leder, Textilien, Holz). Die Gegenstände müssen eine Länge von ca.

10 cm, eine Breite von 2 - 3 cm, eine Dicke von 0,5 - 1 cm aufweisen Die Gegenstände dürfen sich

optisch nicht wesentlich vom Fährtenuntergrund abheben.

Bei überörtlichen Veranstaltungen sind die Gegenstände mit Nummern zu versehen. Die Nummern

der Gegenstände müssen mit der Fährtennummer übereinstimmen.

Der LR, Fährtenleger und die Begleitpersonen dürfen sich während der Arbeit des Hundes nicht in

dem Bereich aufhalten, in dem das Team (HF und Hund) das Recht hat zu suchen.

Hörzeichen

a) Ein Hörzeichen für :"suchen“

Das HZ für "suchen“ ist bei Fährtenbeginn und beim Wiederansetzen nach dem ersten Gegenstand

oder nach einem „Falschverweisen“ erlaubt.

Ausarbeitung und Beurteilung der Fährtenarbeit

b) Ausführung:

Der HF bereitet seinen Hund zur Fährte vor. Der Hund kann frei suchen oder an 10 m langer Leine.

Die 10 m lange Fährtenleine kann über den Rücken, seitlich oder zwischen den Vorder- und/oder

Hinterläufen geführt werden. Sie kann entweder direkt am, nicht auf Zug eingestellten, Halsband

oder an der Anbindevorrichtung des Suchgeschirres (erlaubt sind Brustgeschirr oder Böttgergeschirr,

ohne zusätzliche Riemen) befestigt sein. Nach Aufruf meldet sich der HF mit seinem Hund in

Grundstellung beim LR und gibt an, ob sein Hund die Gegenstände aufnimmt oder verweist. Vor der

Fährte, während des Ansetzens und der gesamten Fährte ist jeglicher Zwang zu unterlassen.

Die Fährtenleine muss mindestens 10 Meter lang sein. Eine Überprüfung der Leinenlänge, des

Halsbandes und des Suchgeschirrs durch den LR kann nur vor Beginn der Prüfung erfolgen. Rollleinen

sind nicht zulässig.

Ansatz

Auf Anweisung des LR wird der Hund langsam und ruhig zur Abgangsstelle geführt und angesetzt.

Ein kurzes Absitzen des Hundes vor dem Ansatzbereich (ca. 2 Meter) ist zugelassen.

Der Ansatz (auch beim Wiederansetzen nach dem Finden der Gegenstände) muss am Hund erfolgen.

Ein gewisser Spielraum an der Leine muss dem Hundeführer ermöglicht werden.

Der Hund muss am Ansatz intensiv, ruhig und mit tiefer Nase Witterung nehmen. Die Aufnahme der

Witterung hat ohne Hundeführer-Hilfen zu geschehen (außer Hörzeichen „Such“). Der Ansatz ist

nicht zeitabhängig; vielmehr muss sich der LR am Verhalten des Hundes zu Beginn des ersten

Schenkels über die Intensität der erfolgten Witterungsaufnahme orientieren.

Nach dem 3. erfolglosen Versuch eines Ansatzes im direkten Abgangsbereich ist die Fährtenarbeit

abzubrechen.

Der Hund muss dann mit tiefer Nase, in gleichmäßigem Tempo, intensiv dem Fährtenverlauf folgen.

Der HF folgt seinem Hund in 10 m Entfernung am Ende der Fährtenleine. Bei Freisuche ist ebenfalls

der Abstand von 10 m einzuhalten. Die Fährtenleine darf, wenn sie vom HF nicht aus der Hand

gelassen wird, durchhängen, jedoch darf keine gravierende Verkürzung der geforderten Distanz zum

Hund entstehen. Bodenberührung ist nicht fehlerhaft.

Suchleistung

Der Hund muss dem Fährtenverlauf intensiv, ausdauernd und in möglichst gleichmäßigem Tempo

(geländeabhängig, Schwierigkeitsgrad) folgen. Der Hundeführer muss nicht zwingend auf der Fährte

folgen. Eine zügige oder langsame Suchleistung ist dann kein Kriterium bei der Bewertung, wenn die

Fährte gleichmäßig und überzeugend ausgearbeitet wird. Ablegen der Gegenstände

Der erste Gegenstand wird nach mindestens 100 Schritten, nicht innerhalb 20 Schritten vor oder 20

Schritten nach der Winkel, auf dem 1. oder 2. Schenkel, der zweite Gegenstand am Ende der Fährte

abgelegt. Die Gegenstände müssen aus der Bewegung auf die Fährte gelegt werden. Nach dem

Ablegen des letzten Gegenstandes muss der Fährtenleger noch einige Schritte in gerader Richtung

weitergehen.

Winkel

Der Hund muss die Winkel sicher ausarbeiten. Ein Überzeugen, ohne die Fährte zu verlassen, ist nicht

fehlerhaft. Kreisen am Winkel ist fehlerhaft. Nach dem Winkel muss der Hund im gleichen Tempo

weitersuchen. In Winkelbereich soll der Hundeführer nach Möglichkeit den vorgeschriebenen

Abstand einhalten.

Verweisen oder aufnehmen der Gegenstände

Sobald der Hund einen Gegenstand gefunden hat, muss er ihn ohne Einwirkung des HF sofort

aufnehmen oder überzeugend verweisen. Er kann beim Aufnehmen stehen bleiben, sich setzen oder

auch zum HF kommen der dann stehen zu bleiben hat. Weitergehen mit dem Gegenstand oder

Aufnehmen im Liegen ist fehlerhaft. Das Verweisen kann liegend, sitzend oder stehend (auch im

Wechsel) erfolgen.

Leicht schräges Legen zum Gegenstand ist nicht fehlerhaft, seitliches Ablegen am Gegenstand oder

starkes Drehen in Richtung Hundeführer ist fehlerhaft. Gegenstände, die mit starker Hilfe des

Hundeführers gefunden werden, gelten als überlaufen. Dies ist z.B. dann der Fall, wenn ein Hund

einen Gegenstand nicht anzeigt und durch Einwirkung des Hundeführers mittels Leine oder

Hörzeichen am Weitersuchen gehindert wird.

Hat der Hund den Gegenstand verwiesen oder aufgenommen, legt der Hundeführer die Fährtenleine

ab und begibt sich zu seinem Hund. Durch Hochheben des Gegenstandes zeigt er an, dass der Hund

gefunden hat. Aufnehmen und Verweisen ist fehlerhaft.

Jegliches Vorgehen mit dem Gegenstand oder Aufnehmen im Liegen ist fehlerhaft. Bringt der Hund

den Gegenstand, hat der Hundeführer dem Hund nicht entgegenzugehen.

Beim Herantreten des Hundeführers zur Abgabe oder zum Aufheben des Gegenstandes muss sich

der Hundeführer neben seinen Hund stellen.

Der Hund hat bis zum Wiederansetzen ruhig in der Verweis- oder Aufnahmeposition zu verharren

und wird aus dieser mit kurzer Leine am Hundeführer wieder angesetzt.

Verlassen der Fährte

Hindert der Hundeführer den Hund am Verlassen des Fährtenverlaufs, so ergeht die Anweisung des

Leistungsrichters an den Hundeführer zum Nachgehen. Der Hundeführer hat diese Anweisung zu

befolgen. Die Fährtenarbeit ist spätestens abzubrechen, wenn der Hund die Fährte um mehr als eine

Leinenlänge verlässt (über 10 m bei dem frei suchenden Hund) oder der Hundeführer die Anweisung

des Leistungsrichters zum Nachgehen nicht befolgt.

Loben des Hundes

Ein gelegentliches Loben (wozu nicht das Kommando „Such“ gehört) ist nur in der Stufe 1 statthaft.

Nur an den Gegenständen darf der Hund kurz gelobt werden.

Abmelden

Nach Beendigung der Fährtenarbeit sind die gefundenen Gegenstände dem Leistungsrichter

vorzuzeigen. Ein Spielen oder Füttern nach dem Anzeigen des letzten Gegenstandes vor der

Abmeldung und der Bekanntgabe der erreichten Punktzahl durch den Leistungsrichter ist nicht

gestattet Das Abmelden des Hundes hat in der Grundstellung zu erfolgen.

Bewertung

Die Bewertung der Abt „A“ beginnt mit dem Ansatz des vorzuführenden Hundes.

Vom Hund wird eine überzeugende, intensive und ausdauernde Nasenarbeit sowie der

entsprechende Ausbildungsstand erwartet.

Der Hundeführer muss sich in die Aufgabe einfühlen können, bzw. sie miterleben. Er muss die

Reaktionen seines Hundes richtig interpretieren können, sich auf die Arbeit konzentrieren und die

Geschehnisse in seinem Umfeld dürfen ihn nicht ablenken.

Der Leistungsrichter darf nicht nur den Hund oder den Hundeführer sehen, sondern muss die

Geländebeschaffenheit, die Witterung, mögliche Verleitungen und den Faktor Zeit berücksichtigen.

Er muss seine Bewertung auf die Gesamtheit aller Einflussgrößen abstützen.

- Suchverhalten (z. B. Suchtempo auf Schenkel, vor und nach Winkel, vor und nach den

Gegenständen)

- Ausbildungsstand des Hundes (z. B. hektischer Ansatz, gedrücktes Verhalten,

Meideverhalten)

- nicht zulässige Hilfen des Hundeführers

- Schwierigkeiten im Ausarbeiten der Fährte durch:

- Bodenverhältnisse (Bewuchs, Sand, Geländewechsel, Mist)

- Windverhältnisse

- Wildwechsel

- Wetter (Hitze, Kälte, Regen, Schnee)

- Witterungswechsel

Unter Berücksichtigung dieser Kriterien soll die Bewertung erfolgen.

Nachdem sich der Hundeführer zur Fährte gemeldet hat, muss der Leistungsrichter so Stellung

einnehmen, bzw. der Fährtenarbeit folgen, dass er das Geschehen und die Einflüsse beobachten,

evtl. Hörzeichen oder Einwirkungen des Hundeführers erkennen kann.

Der Abstand zum arbeitenden Hund ist so zu wählen, dass der Hund nicht in seinem Suchverhalten

beeinträchtigt wird und sich der Führer nicht bedrängt fühlt. Der Leistungsrichter muss die gesamte

Fährtenarbeit miterleben.

Er muss beurteilen, mit welchem Eifer, Sicherheit bzw. Unsicherheit oder Flüchtigkeit der Hund an

seine Arbeit herangeht.

Eine zügige oder langsame Fährtenarbeit ist insbesondere dann kein Kriterium bei der Bewertung,

wenn die Fährte intensiv, gleichmäßig und überzeugend ausgearbeitet wird und der Hund dabei ein

positives Suchverhalten zeigt.

Ein Überzeugen, ohne die Fährte zu verlassen, ist nicht fehlerhaft. Faseln, Entleeren, Kreisen an den

Winkeln, dauernde Aufmunterungen, Leinen- oder verbale Hilfen im Bereich des Fährtenverlaufs,

oder an den Gegenständen, fehlerhaftes Aufnehmen oder fehlerhaftes Verweisen der Gegenstände,

Fehlverweisen, entwerten entsprechend (je bis zu 4 Punkten Entwertung).

Starkes Faseln, Fährten mit fehlender Intensität, stürmisches Fährten, Entleeren, Mäusefangen u. ä.

haben Abstriche bis zu jeweils 8 Punkte zur Folge.

Wenn der Hund die Fährte um mehr als eine Fährtenleine verlässt, wird die Fährte abgebrochen.

Verlässt der Hund die Fährte und wird dabei vom Hundeführer zurückgehalten, erfolgt die

Richteranweisung, dem Hund zu folgen. Wird diese Richteranweisung nicht befolgt, ist die

Fährtenarbeit vom Leistungsrichter abzubrechen.

Ist innerhalb der maximalen Ausarbeitungszeit (Stufe 1 und 2 = 15 Minuten nach dem Ansatz an der

Abgangsstelle, Stufe 3 = 20 Minuten nach dem Ansatz an der Abgangsstelle) das Ende der Fährte

nicht erreicht, wird die Fährtenarbeit vom Leistungsrichter abgebrochen. Die bis zum Abbruch

gezeigte Leistung wird bewertet.

Zeigt ein Hund bei der Gegenstandsarbeit auf einer Fährte beide Möglichkeiten also „Aufnehmen“

und „Verweisen“ der Gegenstände so ist dies fehlerhaft. Bewertet werden nur die Gegenstände, die

der Meldung entsprechen.

Aufnehmen oder fehlerhaftes verweisen der Gegenstände, Fehlverweisen, entwerten entsprechend

je bis zu 4 Punkte Entwertung, wenn der Wiederansatz am Hund erfolgt und 2 Punkte Pflichtabzug,

wenn der Hundeführer am Ende der Leine einen Wiederansatz vornimmt).

Für nicht aufgefundene Gegenstände werden keine Punkte vergeben. Wird kein vom FL ausgelegter

Gegenstand aufgefunden, ist die Abt „A“ max. mit der Note „Befriedigend“ zu bewerten. Hierbei ist

insbesondere zu berücksichtigen, dass der Hundeführer an keinem Gegenstand die Übung

„Wiederansetzen an einem Gegenstand“ zeigen kann.

Geht der Hund während der Fährtenarbeit durch Auftreten von Wild dem Jagdtrieb nach, so kann der

Hundeführer mit dem Hörzeichen „Platz“ versuchen, den Hund in Gehorsam zu nehmen. Auf RA ist

die Fährtenarbeit fortzusetzen. Gelingt dieses nicht, ist die Prüfung zu beenden (Bewertung:

Disqualifikation wegen Ungehorsam).

 

Abbruch/Disqualifikation

Verhalten Konsequenz

Verhalten                                                                                                  Konsequenz

Hund wird 3x erfolglos im Abgangsbereich

angesetzt

Abbruch

- Alle Stufen: HF verlässt Fährte um mehr als eine

Leinenlänge oder der Hundeführer missachtet die

Anweisung des Leistungsrichters zum Nachgehen

- Hund erreicht nicht in der vorgeschriebenen Zeit

das Ende der Fährte

Stufe 1: 15 Minuten nach Ansatz

 

Abbruch, die bis dahin gezeigte Leistung wird

bewertet.

BESPRECHUNG BIS ZUM ABBRUCH!!

- Hund nimmt Gegenstand auf und gibt ihn nicht

mehr ab.

- Hund geht Wild nach und lässt sich nicht mehr

einsetzen

 

DISQUALIFIKATION wegen Ungehorsam,